Abbas Khider „Brief in die Auberginenrepublik“

Letzten Montag war es soweit. Es gab mal wieder eine Lesung. Diesmal hat der mehrfach ausgezeichnete Autor (unter anderem der „Nelly-Sachs-Preis“ in diesem Jahr) Abbas Khider aus seinem dritten Roman „Brief in die Auberginenrepublik“ gelesen.
Abbas Khider ist in 1973 in Bagdad geboren, wurde wegen politischer Aktivitäten gegen das Regime Saddam Hussein festgenommen, hat zwei Jahre in Haft gesessen und schließlich, weil er im Irak nicht mehr studieren durfte, das Land verlassen. Er lebte unter anderem in Libyen und Jordanien im Exil und floh schließlich nach Europa und landete in Deutschland.
Nachdem er ein Jahr darauf warten musste Sprachkurse zu bekommen, hielt er sich als Müllsortierer oder Tellerwäscher über Wasser, blieb aber am Ball und schaffte es Literaturwissenschaft und Philosophie zu studieren und drei Bücher in deutscher Sprache zu schreiben.
In seinem neusten Werk schreibt er über einen Brief, der von einem im libischen Exil lebenden Iraker für seine geliebte Samia geschrieben wurde. Diesen Brief kann er, als politisch Verfolgter, nicht ohne Weiteres in die Heimat schicken. Er findet aber heraus, dass es einen Weg gibt. Einige Taxi- und Lastwagenfahrer schmuggeln Briefe durch den ganzen arabischen Raum, verlangen aber auch eine hohe Summe dafür, trotzdem nimmt er das Angebot war.In Khiders Roman wird immer die Geschichte von der Person erzählt, die gerade den Brief bei sich hat, dabei lernt man einen Texifahrer kennen, einen Lastwagenfahrer, aber auch Sicherheitspolizisten und Offiziere, die für den Irak Arbeiten.
Die Lesung fand in der Aula der Dahlmannschule statt. Für ein kleines musikalisches Vorprogramm haben einige Muiker des Musikberges gesorgt, die zusammen mit dem Asylanten Fryad Hussein Gedischte auf musikalische Art interpretiert haben.
Abbas Khider selber hat einen sehr guten Eindruck von seinem Buch vermitteln können, er hat fast alle Charaktere ein bisschen vorgestellt und diese ernste Thematik trotzdem immer mit einem kleinen Augenzwinkernübermitteln können. Im Anschluss hat er noch einige Fragen des Publikums beantworten können und noch ein bisschen mehr über sich erzählen können.
Wir fanden den Abend wirklich sehr gelungen und hoffen, dass wir Abbas Khider mit seinem nächsten Buch wieder zu uns kommen wird. Bis dahin wünschen wir ihm weiterhin viel Erfolg.