Rettet die Nashörner!

Erschütternde Nachrichten erreichten uns aus Kenia:

Nanyuki (dpa) – Das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn der Welt ist tot. Der 45 Jahre alte Sudan habe zuletzt altersbedingt stark gelitten – daher hätten die Tierärzte die Entscheidung getroffen, ihn am Montag einzuschläfern, teilte das Wildtierreservat Ol Pejeta in Kenia am Dienstag mit.

Nach Sudans Tod gibt es weltweit nur noch zwei Tiere dieser Unterart des Breitmaulnashorns, Sudans Tochter und Enkelin. Mithilfe künstlicher Reproduktion versuchen Wissenschaftler, unter anderem am Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), den Fortbestand zu sichern. Eizellen der beiden Weibchen sollen mit vor längerer Zeit gewonnenen und eingelagerten Spermien verschmolzen werden. Dies wurde Ol Pejeta zufolge noch nie zuvor mit Nashörnern versucht.

https://www.zeit.de/news/2018-03/20/weltbekanntes-nashorn-sudan-ist-tot-180320-99-556115 – letzter Zugriff: 22.03.2018

Wir denken, dass das Grund genug ist, sich einmal intensiver mit diesen seltenen und majestätischen Tieren auseinanderzusetzen. Wir empfehlen dazu den Band aus der Reihe Naturkunden des Berliner Verlages Matthes & Seitz.

Nashörner – Ein Portrait
Lothar Frenz
18,00€
978-3-95757-473-2

Plump und unbekümmert im Erscheinungsbild, charakterlich zwischen freundlichem Dickhäuter und wütendem Ungetüm : Nashörner haben in den Beschreibungen der Menschen oft einen schweren Stand. Dennoch oder gerade deshalb üben sie für uns seit Tausenden von Jahren eine kolossale Faszination aus. In seiner Natur- und Kulturgeschichte dieser nach den Elefanten größten Landsäugetiere wirft Lothar Frenz einen zärtlichen und kundigen Blick auf das Rhinozeros und verfolgt seine großen Auftritte von den Höhlenmalereien in Chauvet über Dürers berühmten Holzschnitt bis hin zur gehörnten “Jungfer Clara”, dem Star-Rhino des 18. Jahrhunderts und Protagonisten der ersten europaweiten Werbekampagne. Doch seine Anziehungskraft wurde ihm auch zum Verhängnis : Frenz zeigt, wie nicht zuletzt die Gier nach dem sagenumwobenen Horn seine Bestände bedrohlich dezimierte. So ist dieses Portrait zugleich ein Requiem für ein sagenhaftes Tier, dass der Mensch bis heute als Trophäe missversteht.