Augustherzchen #5 – Widerrechtliche Inbesitznahme

Nähe suchen zu einem Menschen, den man liebt. Abstand suchen zu einem Menschen, der einen einengt. Wir alle kennen beide Seiten dieser Medaille und genau darum geht es in Lena Anderssons Roman. Während die junge Ester Nilsson die Intimität zu dem Künstler Hugo Rask sucht, hält dieser sie auf Abstand. Je mehr sie versucht ihm Nahe zu sein, umso mehr zieht er sich zurück. Dieses Buch ist kein Liebesroman, es ist ein Roman über Abhängigkeiten, in dem Lena Andersson keine Partei ergreift, sondern als interessierte Beobachterin jede Regung erkundet.

Widerrechtliche Inbesitznahme

Gabriele Haefs

BTB

9,99 Euro

ISBN: 978-3-442-71455-1 

Wie bereit sind wir, uns selbst zu betrügen, in unserer Sehnsucht, geliebt zu werden?Wer verlässt, spürt keinen Schmerz. Wer verlässt, braucht nicht zu reden. Wer verlässt, ist fertig. Das ist der große Schmerz. Wer verlassen wird, muss dagegen bis in alle Ewigkeit reden. Und dieses ganze Gerede ist nur der Versuch, dem anderen zu sagen, dass er sich geirrt hat. Wenn er nur einsähe, wie die Dinge wirklich liegen, würde er sich nicht so verhalten, dann würde er den anderen lieben. Bei dem Gerede geht es nicht darum, sich Klarheit zu verschaffen, was der Redende behauptet, sondern darum, zu überzeugen und zu überreden.”Ester Nilsson ist 31 Jahre alt. Sie ist Dichterin und Essayistin, eine vernünftige Person mit einer vernünftigen Beziehung. Eines Tages erhält sie den Auftrag, einen Vortrag über den Künstler Hugo Rask zu halten. Im Publikum sitzt der Meister höchstpersönlich, und danach treffen sie sich zum ersten Mal. Dieser Augenblick verändert alles. Eine auf den ersten Blick völlig harmlose, unverbindliche Kommunikation nimmt ihren Anfang, in deren Verlauf es zu einer Kette von Ereignissen kommt, die katastrophal für die liebesblinde Ester enden.