Januarherzchen

Auch diesen Monat präsentieren wir Ihnen und euch, wenngleich etwas später, natürlich unsere Empfehlungen: Unsere Herzchen.

Toni Morrison: Gott, hilf dem Kind
Lula Ann ist ein so tiefschwarzes Baby, dass ihre Mutter Sweetness bei der Geburt fast zu Tode erschrickt und der Vater die Familie verlässt, weil er dieses Kind nicht als seines ansieht. Die Mutter erzieht Lula Ann zu Gehorsam und Unterwürfigkeit, aus Angst vor rassistischen Angriffen.
Doch die heranwachsende Tochter sträubt sich gegen die verordnete Angepasstheit. Sie ändert ihren Namen in Bride, kleidet sich provokant in strahlendes Weiß, macht Karriere bei einer Kosmetikfirma, verliebt sich in einen eigenwilligen Mann und befreit sich auf ihre Weise von der Vergangenheit.

Boris Sawinkow: Das fahle Pferd
George ist offiziell als Staatsbürger Großbritanniens in Moskau. Dass sein Pass gefälscht ist, fällt niemandem auf. Sein Ziel: den Generalgouverneur töten. Georges Komplizen sind eine Bombenbauerin, die sich Hoffnungen macht, sein kaltes Herz zu erobern, sowie drei Männer, von denen jeder der sein will, der die Bombe wirft, was auch den eigenen Tod bedeuten würde.
Während sie alle auf den richtigen Augenblick warten, kreisen ihre Gespräche um Gott, den Tod und das Nichts. Jeder Tag kann der letzte sein, für den Gouverneur oder für sie, die längst keine Gesetze mehr anerkennen, weder die des Staates noch die der Moral. Doch dann finden die Erschütterungen nicht außerhalb, sondern inmitten des eigenen Kreises statt.

Eve Harris: Die Hochzeit der Chani Kaufman
Sie haben sich dreimal gesehen, sie haben sich noch nie berührt, aber sie werden heiraten: die neunzehnjährige Chani Kaufman und der angehende Rabbiner Baruch Levy. Doch wie geht Ehe, wie geht Glück? Eine fast unmögliche Liebesgeschichte in einer Welt voller Regeln und Rituale.

Johannes Anyuru: Ein Sturm wehte vom Paradies her
Ein junger Mann wird in einem unterirdischen Raum irgendwo in Ostafrika vernommen. Noch vor Kurzem sollte er Kampfpilot in der ugandischen Luftwaffe werden. Er studierte an der entsprechenden Akademie in Athen, er marschierte in einer weißen Uniform, er entfernte sich von einer Kindheit voller Gewalt und war auf dem Weg in eine Zukunft in den Wolken. Doch dann, wenige Monate vor seinem Examen, kommt es in Uganda zum Staatsstreich. Idi Amin ergreift die Macht. Sein Regime wird zu einem der blutigsten des afrikanischen Kontinents werden. Und genau in diesem Moment trifft der junge Mann eine folgenschwere Entscheidung: Er wird nicht zurückkehren ins mörderische Uganda, obwohl es ihm befohlen wird …

Lluís Llach: Die Frauen von La Principal
Spanien im Sommer 1893: Während ihr Vater mit den Brüdern einen Neuanfang in Barcelona wagt, muss Maria auf dem ruinierten Weingut La Principal zurückbleiben, um zu verwalten, was davon noch übrig ist. Für sie die Enttäuschung ihres Lebens, für alle anderen im Dorf der Beginn einer neuen Zeit. Denn Maria findet überraschend einen Weg, mit viel Mut und noch mehr Eigensinn verwandelt sie La Principal in das Anwesen von damals und sich selbst in die mächtigste Frau ihrer Heimat. Ein Leben lang bewundert, ein Leben lang beneidet. Doch als man am Vorabend des Spanischen Bürgerkriegs eine Leiche findet, wird Marias Vermächtnis an die Tochter zu einer gefährlichen Bürde …