Empfehlung – Swantje Oppermann: Saligia

Superbia – Hochmut. Avaritia – Geiz. Luxuria – Wollust. Ira – Zorn. Gula – Völlerei. Invidia – Neid. Acedia – Faulheit. Aus diesen schlechten Charaktereigenschaften, den Hauptlastern, erwachsen nach der klassischen katholischen Theologie Sünden. Und in manchen Menschen sind diese Eigenschaften so stark, dass sie deren Leben dominieren.

Keira ist eine davon – in ihr ist es der Zorn. Und sie wird nicht nur schnell wütend, nicht nur sehr wütend, nein, der Zorn kontrolliert sie geradezu. Und sie den Zorn. Jedenfalls in Ansätzen. Selbst im Zorn kann sie dafür sorgen, dass der Funke überspringt, dass auch ihr Umfeld blind vor Wut wird und vollkommen die Kontrolle verliert.

Eines Tages erfährt Keira, dass sie nicht die einzige mit diesen Fähigkeiten sein soll, dass es mehr Menschen gibt, in denen eines der Hauptlaster so stark ist wie in ihr, dass es sogar eine Schule für jene Menschen gibt, in denen sie nicht nur das lernen, was jeder Schüler Großbritanniens zu lernen hat, sondern auch, ihren Charakter zu zügeln.

Man kann sich vorstellen, dass es für keinen der Schüler allzu leicht ist. Neidisch auf alle und jeden zu sein, faul und vollkommen motivationslos oder gar lüstern …

Wer Harry Potter schon kennt und ihn schätzt, wird auch Saligia lieben, denn Swantje Oppermann zeichnet eine ebenso spannende wie interessante Internatsgeschichte mit viel Hintergrund und wundervollen Figuren wie J. K. Rowling vor vielen Jahren.