Shortlist des Deutschen Sachbuchpreises

Die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenverein des deutschen Buchhandels zeichnet das beste Sachbuch des Jahres aus.

Prämiert werden herausragende, in deutscher Sprache verfasste Sachbücher, die Impulse für die gesellschaftliche Auseinandersetzung geben. Bewertungskriterien sind die Relevanz des Themas, die erzählerische Kraft des Textes, die Art der Darstellung in allgemein verständlicher Sprache sowie die Qualität der Recherche.“

Heute Abend um 18:00 wird der Gewinner des Preises bekannt gegeben. Hier haben wir nochmal eine Übersicht über die Nominierten:

Heike Behrend – Menschwerdung eines Affen. Eine Autobiografie der ethnografischen Forschung. (Matthes & Seitz Berlin)

Heike Behrends Bericht über ihre ethnografischen Forschungen in Kenia und Uganda ist keine heroische Erfolgsgeschichte, sondern erzählt von dem, was in den herkömmlichen Ethnografien meist ausgeschlossen wird – die unheroischen Verstrickungen und die kulturellen Missverständnisse, die Konflikte, Fehlleistungen sowie Situationen des Scheiterns in der Fremde.

Asal Dardan – Betrachtungen einer Barbarin (Hoffmann und Campe)

Als Kind iranischer Eltern ist Asal Dardan in Deutschland aufgewachsen, die Erfahrung des Exils hat sie geprägt. Dieses Buch dokumentiert ihre Suche nach der Überbrückung des ewigen Gegensatzes von „Wir“ und den „Anderen“.

Jürgen Kaube – Hegels Welt (Rowohlt Berlin)

Die Welt ändert sich während der Lebensjahrzehnte Georg Wilhelm Friedrich Hegels von Grund auf. Und zwar durch Ideen, die zu Revolutionen führten: politische, industrielle, ästhetische und pädagogische. Jürgen Kaube erzählt Hegels Leben, erläutert sein Werk und zeigt, wie jene epochalen Umbrüche zum Versuch einer letzten Revolution führen: der des Denkens.

Adreas Kossert – Flucht. Eine Menschengeschichte (Siedler)

Andreas Kossert stellt die Flüchtlingsbewegung des frühen 21. Jahrhunderts in einen großen geschichtlichen Zusammenhang. Immer nah an den Einzelschicksalen zeigt Kossert, welche existenziellen Erfahrungen von Entwurzelung und Anfeindung mit dem Verlust der Heimat einhergehen. Ob sie aus Ostpreußen, Syrien oder Indien flohen: Flüchtlinge sind handelnde Personen der Weltgeschichte.

Daniel Leese – Maos langer Schatten. Chinas Umgang mit der Vergangenheit. (C.H.Beck)

Wie kann sich eine Diktatur mit dem Erbe von Unrecht und Staatsverbrechen auseinandersetzen, die unter ihrer Herrschaft begangen wurden? Mit dieser Frage sah sich die Kommunistische Partei Chinas nach dem Tod Mao Zedongs im Jahr 1976 konfrontiert. Gestützt auf bislang unbekannte Dokumente entwirft Daniel Leese ein Panorama der chinesischen Politik und Gesellschaft in der kritischen Umbruchphase zwischen 1976 und 1987.

Michael Maar – Die Schlange im Wolfspelz. Das Geheimnis großer Literatur. (Rohwolt)

Was ist das Geheimnis des guten Stils, wie wird aus Sprache Literatur? Dieser Frage geht Michael Maar in seinem Haupt- und Lebenswerk nach, für das er vierzig Jahre lang gelesen hat. Was ist Manier, was ist Jargon, und in welche Fehlerfallen tappen fast alle? Wie müssen die Elementarteilchen zusammenspielen für den perfekten Prosasatz? In fünfzig Porträts entfaltet er eine Geschichte der deutschen Literatur.

Christoph Möllers – Freiheitsgrade. Elemente einer liberalen politischen Mechanik. (Suhrkamp)

Bei seinem Versuch, den Liberalismus auf die Höhe der Zeit zu bringen, versucht Christoph Möllers, Formen einer Ordnung herauszupräparieren, die Bewegungsfreiheit und soziale Varianz ermöglicht. So gerüstet, verspricht er keine Antworten, aber neue Perspektiven auf diverse Phänomene wie die Funktion territorialer Grenzen. Freiheit, so Möllers, ist eine Praxis der Ergebnisoffenheit, die Prozesse ermöglicht, von denen unklar sein muss, wohin sie führen.

Mai Thi Nguyen-Kim – Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit (Droemer Knaur)

Mai Thi Nguyen-Kim untersucht brennende Streitfragen unserer Gesellschaft, denn wissenschaftliche Erkenntnisse liegen allem zugrunde: von Lohngerechtigkeit über den Klimawandel bis zur Impfpflicht. Mit Fakten kontert sie Halbwahrheiten, Fakes und Verschwörungsmythen – und zeigt, wo wir uns mangels Beweisen noch zurecht munter streiten dürfen.

Wenn eines dieser Bücher ihr Interesse geweckt hat, kommen Sie gerne vorbei.