Roman-Empfehlung

Bild vom Azubi mit Buch

Ich möchte Ihnen heute gerne den aktuellen Roman von Hennig Ahrens empfehlen. „Mitgift“ heißt dieser und handelt von Ahrens eigener Familiengeschichte.

1962, die Familie Leeb wohnt seit Generationen in einem kleinen Dorf in der niedersächsischen Provinz, genau wie Gerda Derking, die jahrelang die Toten des Dorfes für Beerdigungen hergerichtet hat. Doch seit kurzem ist eigentlich Schluss damit, bis auf einmal der alte Wilhelm Leeb vor ihrer Tür steht, Hennig Ahrens Großvater.
Rückblende in die 40er Jahre. Wilhlem Leeb, Vater von drei Kindern, ist überzeugter Nationalsozialist und ohne Not in den Krieg gezogen. Dort versorgt er die Wehrmacht als Koordinator für Lebensmittel mit Essen. Seine Frau, sowie Eltern und Schwiegereltern schuften auf dem heimischen Hof. Nur ab und an kommt er nach Hause, lässt seinen Frust an Vater, Frau und Kindern aus. Besonders der älteste Sohn leidet darunter, will er den Vater doch stolz machen und endlich zur Hitlerjugend gehen, wo auch seine älteren Freunde schon sind.
Doch das Ende des Krieges ist abzusehen, Wilhelm Leeb gerät in Kriegsgefangenschaft und auch auf dem heimischen Hof fängt es an aus dem Ruder zu laufen.
Zurück im Jahr 1962, der alte Leeb steht gebrochen vor Gerdas Haus. Sie merkt sofort, dass eine Tragödie passiert ist.

„Mitgift“ von Hennig Ahrens ist ein sachlicher, historisch präziser und auch sehr einnehmender Roman, der nicht wertet und nicht aufarbeitet, sondern einfach darstellt was in den Köpfen seiner Vorfahren vorgegangen sein könnte, in einer schweren Zeit, die viele Menschen traumatisiert zurückgelassen hat.

Hennig Ahrens – Mitgift, erschienen bei Klett-Cotta finden Sie bei uns im Druckwerk oder hier im Webshop