Klaus Wagenbach ist tot!

Bild von Büchern

Am Freitag den 17.12.2021 ist der Verleger und Gründer des Wagenbach-Verlags Klaus Wagenbach im Alter von 91 Jahren verstorben. Wie der Verlag mitteilte starb Wagenbach „begleitet von seiner Familie und umgeben von seinen Büchern“.
Gegründet wurde der Wagenbach-Verlag im September 1964, zuvor hatte Klaus Wagenbach als Lektor für den S. Fischer Verlag gearbeitet.
Bekannt wurde der Verlag in den 70er Jahren, als er mit mehreren Ermittlungsverfahren konfrontiert war, u.a. wegen Wolf Biermanns „Drei Kugeln auf Rudi Dutschke“ oder der Vertreibung des Fernsehspiels „Bambule“ von Ulrike Meinhof. Diese Ermittlungsverfahren kosteten den Verlag fast die Existenz, doch mit erfolgreichen Büchern, z.B. Pasolinis „Freibeuterschriften“, Werken von Erich Fried oder einem Bildband über Franz Kafka hielt sich der Verlag über Wasser.
Nach und nach wurde das Programm immer vielfältiger, die Taschenbuchreihe „WAT“ entstandt und auch die prägnante SALTO-Reihe im roten Leinen.
1990 erhält Klaus Wagenbach von Richard von Weizäcker das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. Er war politischer Verleger und undogmatischer Linker, der großes Ansehen in der Verlagslandschaft und auch im Handel genoss, weil er ein Gespühr für gute Literatur hatte und vor allem die italienische Literatur stark in den Vordergrund des Verlagsprogramms rückte.

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