Politik, Saltos und Italien – Der Wagenbach-Verlag

Klasse Klassiker Cover im Januar

In unserer Kategorie „Klasse Klassiker“ finden Sie in diesem Monat diverse Bücher aus dem Wagenbach-Verlag.
Ein guter Grund diesem kleinen und unabhängigen Verlag besondere Aufmerksamkeit zu schenken, ist die vielfältige und gute Literatur, die der Verlag bietet. Ein anderer ist der Tod seines Gründers und Namensgebers Klaus Wagenbach, welcher im Dezember letzten Jahres im Alter von 91 Jahren verstorben ist.
Klaus Wagenbach gründete den Verlag 1964 in Berlin, nachdem er beim S. Fischer Verlag aufgrund politischer Differenzen gehen musste. Dort hatte er zuvor als Lektor gearbeitet.
Das Programm des Verlags war zu Beginn stark von der aufkommenden 68er-Bewegung geprägt und von dem Wunsch ein gesamtdeutscher Verlag zu sein. Man verlegte u.a. Erich Fried, Ingeborg Bachmann, Wolf Biermann oder Johannes Bobrowski.
Aufgrund zahlreicher Gerichtsverfahren und Verurteilungen geriet der Verlag in den 70er Jahren in finanzielle Schieflage, konnte sich aber mit der Zeit stabilisieren. Ein Grund dafür war sicherlich auch das Buch „Freibeuterschriften“ von Pier Paolo Pasolini (hier), welches zum Verkaufsschlager wurde und besonders den Zeitgeist der Grünen traf. Mittlerweile gehört das Buch zu den absoluten Klassikern des Verlags.
Mit den Jahren kamen auch Sachbücher und die Taschenbuchreihe „WAT“ mit ins Verlagsprogramm. Bekannt ist heute aber vor allem die schicke „SALTO“-Reihe, mit ihren in rotem Leinen gebundenen Büchern. Ein weiterer Kern des Verlags ist das Verlegen von italienischen Autoren und ein gewisser politischer Anspruch, der auch nach Klaus Wagenbachs Tod erhalten bleiben soll. Ohnehin wird der Verlag schon seit 2002 von Wagenbachs dritter Ehefrau Susanne Schüssler geführt.
Einen Überblick zum Verlagsprogramm bekommen Sie hier. Bestellen können Sie 24h am Tag in unserem Webshop oder, was am schönsten wäre, Sie kommen zu uns ins Druckwerk und schauen, welche Bücher des Wagenbach-Verlags wir bei unseren Klasse Klassikern ausgestellt haben.

Klasse Klassiker im Januar:

  1. Spitzentitel – Antonio Manzini (hier)
  2. Die souveräne Leserin – Alan Bennett (hier)
  3. Paradais – Fernanda Melchor (hier)
  4. Kunst und Gesellschaft im Mittelalter – Georges Duby (hier)
  5. Iman – Ryad Assani-Razaki (hier)
  6. Eine Privatsache – Beppe Fenoglio (hier)
  7. Metamorphosen – Natalie Zemon Davis (hier)
  8. All unsere Jahre – Kathy Page (hier)