Segeberger Kulturkalender
Informationen zu kulturellen Veranstaltungen in und um Bad Segeberg
LINSE – Therapie für Wikinger
Drama
Regie: Anders Thomas Jensen
mit: Mads Mikkelsen (Manfred) · Nikolaj Lie Kaas (Anker) · Sofie Gråbøl (Margrethe) · Lars Brygmann (Lothar) · Søren Malling (Werner)
Dänemark/Schweden 2025 | 116 Minuten | ab 16
Nach fünfzehn Jahren hinter Gittern kehrt ein Mann zu seinem Bruder zurück, der als einziger weiß, wo die Beute aus einem Raubüberfall versteckt ist. Doch der Bruder ist psychisch stark gehandicapt und kann sich nur noch bruchstückhaft erinnern. Um seinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, suchen sie nahe ihrem Elternhaus im Wald nach dem Schatz, wo sie es auch mit einer Reihe anderer gestörter Persönlichkeiten zu tun bekommen. Der zwischen Tragik und Situationskomik in vielen Nuancen schillernde Film geizt nicht mit expliziter Gewalt, lässt hinter dem Wahnwitz der Figuren aber immer wieder deren emotionale Traumatisierungen in der Kindheit aufscheinen. Allen blutigen Knalleffekten zum Trotz geht es um eine ernste Auseinandersetzung mit Themen wie Identität und Anderssein. – Ab 16.
Geistliche Musik zur Markzeit
Der Segeberger Posaunenchor gestaltet die musikalische Andacht unter der Leitung von Ulrike und Jürgen Henning. Dabei erklingen festliche Klänge für Blechblasinstrumente sowie Lieder zum Mitsingen.
Der Eintritt ist frei, am Ausgang wird für die gemeindliche Kirchenmusik gesammelt.
Übermensch – Skulpturen von Klaus Effern
Die Kunsthalle Otto Flath zeigt vom 30.03. – 31.10.2026 Skulpturen des Bildhauers Klaus Effern.
Zwei Werkreihen des Künstlers stehen vis-à-vis zu den Plastiken von Otto Flath:
Im kleinen Ausstellungsraum neben der ursprünglichen Werkstatt von Otto Flath steht das Ensemble „ Verspottung“, sieben Holzskulpturen als eine moderne dreidimensionale Version des Tafelbildes von Matthias Grünewald ( 1503) „ Die Verspottung Christi“. Der Bildhauer schafft eine Situation mit seinen Skulpturen, die den Museumsbesucher vom bloßen Betrachter zum Zeugen der Szenerie werden läßt und kreiert ein Nachdenken über das Thema des „ Geringsten“.
Die bemalten Skulpturen nehmen thematisch Kontakt auf mit den religiösen Plastiken und Altären von Otto Flath. Formal unterscheiden sie sich von ihnen durch ihre räumliche Wucht, die den Betrachter einlädt sich zwischen den Skulpturen zu bewegen und somit ein Teil des Ensembles zu werden.
Im großen Ausstellungsraum stehen mitten in der Sammlung Flaths neue Skulpturen von Klaus Effern. In der Technik der Montage sind diese Übermenschen mit Gipselementen, Ästen und Holzteilen zusammengebaut. Den Skulpturen sieht man ihren Entstehungsprozess in den verschiedenen Brüchen, Korrekturen und Ergänzungen an. Trotz ihrer Übergröße nehmen sie direkten Kontakt zu uns auf, und fordern uns als skulpturales Gegenüber in einer Ambivalenz von Schrecken und Ästhetik heraus. Die Skulpturen stellen sich optisch und inhaltlich quer zu den Altären und Plastiken von Otto Flath, die ganz traditionell aus einem Stamm geschnitzt
sind.
Das Bild des Übermenschen als eine zum Scheitern verurteilte Utopie präsentiert uns der Künstler in Form der Monumentalskulptur. In ihrer Größe, Pose und ihrem Habitus transportieren diese Skulpturen einen Typus Mensch, der sich über andere stellt, eigene Werte schafft und alle anderen Regeln ablehnt. Man ahnt jedoch, wie kaputt und vergänglich sie sind.
Sa u. So
14:00 – 17:00 Uhr
Florian Knöppler liest „Mit dem ersten Licht“
Arne hat eine liebevolle Familie, gute Freunde und allen Grund, mit seinem Leben zufrieden zu sein. Und doch ist er in einer tiefen Einsamkeit gefangen. Erst als er die faszinierende Laura kennenlernt, gelingt es ihm, sich aus seinem Schneckenhaus zu befreien. Zum ersten Mal in seinem Leben spürt er echte Nähe. Doch er ahnt nicht, womit Laura zu kämpfen hat. So ist es fast zu spät, als Arne erkennt, dass nicht nur er auf Laura angewiesen ist, sondern auch sie seine Unterstützung braucht.
Daniel Mellem liest „Einstein im Bade“
In Bad Nauheim führt Direktor Kleeberger sein Hotel Rastender Kranich seit Jahrzehnten als Refugium vor den Turbulenzen der Zeit. Die Ruhe droht gestört zu werden, als im Jahr 1920 im beschaulichen Kurort die Versammlung Deutscher Naturforscher mit über zweitausend Teilnehmenden ansteht. Die neue Relativitätstheorie hat die wissenschaftliche Gemeinde gespalten, und die beiden ärgsten Kontrahenten Albert Einstein und Philipp Lenard sind ausgerechnet im Rastenden Kranich einquartiert.
Kleeberger wittert eine Chance: Wäre es nicht die beste Werbung für sein veraltetes Hotel, wenn er den Streit dort schlichten würde? Doch hinter fachlichen Differenzen lauern ungeahnte Abgründe, und der Tee, der im Rastenden Kranich einst Bismarck in den Schlaf wiegte, wird kaum ausreichen, um die Gemüter zu besänftigen. Zwischen Schlichtungsversuchen und dem Bemühen, es allen Gästen recht zu machen, entgleitet Kleeberger nach und nach die Kontrolle über sein Hotel.
Mit Humor und erzählerischer Leichtigkeit lässt Daniel Mellem in einem ruheversprechenden Hotel Stammgäste und bedeutende Wissenschaftler aufeinanderprallen. Schnappen Sie sich ein Handtuch, und versuchen Sie, gemeinsam mit Einstein im Badehaus 3 zu entspannen!
Jehona Kicaj liest „ë“
ë war auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis
Ein stilles und zugleich sprachmächtiges Buch, das vom Verlust der Heimat durch Krieg, von Schmerz und Sprachverlust erzählt. In diesem ergreifenden Debüt findet die Autorin eine großartige eigene Sprache.Der ungewöhnliche Titel »ë« steht für einen Buchstaben, der in der albanischen Sprache eine wichtige Funktion hat, obwohl er meist gar nicht ausgesprochen wird. Als Kind von Geflüchteten aus dem Kosovo ist die Erzählerin auf der Suche nach Sprache und Stimme. Sie wächst in Deutschland auf, geht in den Kindergarten, zur Schule und auf die Universität, sucht nach Verständnis, aber stößt immer wieder auf Zuschreibungen, Ahnungslosigkeit und Ignoranz.Als der Kosovokrieg Ende der 90er-Jahre wütet, erlebt sie ihn aus sicherer Entfernung. Doch auch in der Diaspora sind Krieg und Tod präsent – sie werden nur anders erlebt als vor Ort.Der Roman »ë« erzählt von dem in Deutschland kaum bekannten Kosovokrieg und erinnert an das Leid von Familien, die ihre Heimat verloren haben, deren ermordete Angehörige anonym verscharrt wurden und bis heute verschollen oder nicht identifiziert sind. Eine Vergangenheit, die nicht vergehen kann, weil sie buchstäblich in jeder Faser des Körpers steckt, wird von Jehona Kicaj im wahrsten Wortsinn zur Sprache gebracht.
Deutsch genug? – Ira Peter – Lesung und Diskussion
Russlanddeutsche wählen rechts, sprechen nur russisch und verehren Putin. Ist das wirklich so? Was ist bekannt über die 2,5 Millionen (Spät-)Aussiedlerinnen und Aussiedler und deren Erfahrungen mit Diktatur, Deportation und dem Verlust kultureller Identität? Die russlanddeutsche Journalistin Ira Peter ist mit ihrer Familie als Neunjährige von Kasachstan nach Deutschland übergesiedelt und nimmt uns mit auf eine persönliche und gesellschaftliche Spurensuche. Sie erzählt von der Scham über ihre sowjetische Migrationsgeschichte, dem Gefühl des Unerwünschtseins, sowie den Folgen einer verfehlten Integrationspolitik. Ihr Buch „Deutsch genug? Warum wir endlich über Russlanddeutsche sprechen müssen“ eröffnet neue Perspektiven auf eine oft missverstandene Gruppe und lädt zum Nachdenken über Geschichte, Identität und Integration ein.
IRA PETER wurde 1983 in der Sowjetrepublik Kasachstan geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Sie arbeitet als freie Journalistin unter anderem für Zeit online, FAZ, Frankfurter Rundschau und SWR Radio. Seit 2017 setzt sich die mehrfach ausgezeichnete Journalistin und Podcasterin (Steppenkinder) öffentlich mit russlanddeutschen Themen auseinander. Deutsch genug? ist ihr erstes Buch. Im Herbst 2025 wurde es mit dem Hessischen Landespreis „Flucht, Vertreibung, Eingliederung“ ausgezeichnet.
Daniel Green Band – Live in Concert
Die Band singt den ersten Akkord — die Gitarre stimmt ein und erinnert mit ihrer warmen Melancholie an und nach ein paar Takten beginnt der Song abzuheben.
Melodien, seltsam neu und doch vertraut. Folksongs, die eine Verbindung schaffen zwischen Himmel und Erde, zwischen gestern und morgen. Vorgetragen von Musikern, die durch das Miteinander strahlen und die Gemeinsamkeit genießen. Im Kreis stehen sie nur um ein Mikrofon, das ihr Sprachrohr in die Welt ist. Sie singen ihre mehrstimmigen Balladen, Singersongwriter- und Bluegrass-Songs über die Jugend & das Alter, über Lachen und Weinen, Anfang & Ende. Manchmal klingen die Songs fast wie folkige Gospels oder erinnern an Songwriting aus Zeiten von Cat Stevens.
Daniel Green spielt seine Songs an Orten, an denen die Musik atmen kann und die Texte Raum haben: Im Wald, in kleinen Kirchen, in historischen Treppenhäusern aber auch in Wohnzimmern, Buchläden und Kommunen. Die Band möchte eine Verbindung zueinander und mit dem Publikum eingehen, die Menschen mit den Songs berühren, zum Träumen bringen und im besten Fall kleine magische Momente zu schaffen.
500 Auftritte auf Tourneen in den USA und Europa hat der Songwriter Daniel Green gespielt. Angekommen ist er zuhause im Norden Deutschlands und singt über Gefühle und das Leben – interessant, ehrlich, feinsinnig und ansteckend erinnerungswert!


