Ilya Kaminsky – Republik der Taubheit
Ein Buch mit ungeheurer lyrischer Kraft hat Ilya Kaminsky, in der Übersetzung von Anja Kampmann, im Hanser Verlag vorgelegt. In Gedichten erzählt der, in den USA lebende, ukrainische Autor von der Stadt Vasenka und dem Widerstand der Bevölkerung im Krieg.
Und als sie die Häuser der anderen zerbombten
protestierten wir,
aber nicht genug, wir waren dagegen, aber nicht
genug.
Bei einem Puppenspiel in Vasenka wird ein tauber Junge von Soldaten erschossen. Daraufhin organisieren die Bewohner der Stadt einen Protest, in dem sie sich taubstellen und durch Gebärdensprache kommunizieren. Alfonso, ist Puppenspieler, jung verheiratet und seine Frau Sonja erwartet ein Kind – aus seiner Sicht wird der erste Teil der Parabel erzählt. Das „Ich“ im zweiten Teil ist Momma Galya Armolinskaya, Besitzerin der Puppenbühne und Anführerin des Aufstandes in Vasenka.
Die deutschen Feuilltons sind sich einig – dieses Buch ist außergewöhnlich. Nach jahrelanger Arbeit an dem Text, hat dieser nicht an Aktualität verloren. Mit kraftvoller Sprache und eindrucksvollen Bildern erschafft Kaminsky eine Symbolik für den Krieg, die das Erinnern vielleicht erst möglich macht.
Wir sitzen im Publikum, reglos. Stille saust, wie die Kugel,
die uns verfehlt hat –
Der Band ist sowohl bei uns im Laden, als auch in unserem Webshop erhältlich.





