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Sachbuchtipp – Land ohne Zeugen von Ines Geipel

In „Landschaft ohne Zeugen“ hat Ines Geipel ein starkes Buch über Deutsche Erinnerungskultur vorgelegt.

Sie nimmt die Lesenden mit nach Buchenwald, das 80 Jahre nach seiner Befreiung ein Ort vielschichtiger Geschichte ist. Geipel legt mit neuen Dokumenten Schicht um Schicht frei.

Sie seziert Deutsche Erinnerungskultur und die Angriffe darauf, die nicht nur von rechts kommen. Aber warum ist das so? In ihrer Suche nach einer Antwort sichtet sie Quellen aus der Lagerwelt, befragt die Mythen vor und nach 1989: vom antifaschistischen Staatsmythos der DDR zu den Täter- und Opfererzählungen in Ost und West.

Mit beeindruckender Differenzierung fasst Geipel das KZ Buchenwald als Begegnungsort für die unterschiedlichen Gewaltsysteme in Deutschland im 20. Jahrhundert und zeigt die gewollte Verwischung von Fakten zum Beispiel bei der Rolle von kommunistischen Funktionshäftlingen.