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Klassiker zum Wochenende I Das Bildnis des Dorian Gray

„Das Atelier war erfüllt von üppigen Rosenduft, und wenn der leichte Sommerwind im Garten zwischen den Bäumen aufkam, wehte zur offenen Tür das schwere Aroma des Flieders oder das feinere Parfum des pink blühenden Dornbuschs herein.“ – Das Bildnis des Dorian Gray, Oscar Wilde.

Oscar Wile zählt zu den notorischsten Persönlichkeiten des viktorianischen Britanniens, bereits zu seinen Lebzeiten war der geborene Ire stets umstritten. Der Exzentriker galt als Ästhet und fiel immer wieder durch seinen außergewöhnlichen Kleidungsstil auf. Der größte Skandal seines Lebens führte ihn 1895 ins Zuchthaus, zu dem er wegen seiner praktizierten Homosexualität verurteilt wurde. Die zwei Jahre im Gefängnis schädigten seiner Gesundheit nachhaltig, was dann 1900 auch zu seinem Tod führte.

Sein einziger Roman ist „Das Bildnis des Dorian Gray“ – die Geschichte eines jungen wunderschönen Mannes, der seine Seele für die Erhaltung dieser Schönheit verkauft. Die Korruption des Dorian Gray beginnt mit Lord Henry, dessen Hedonismus den jungen Mann reizt und einem Porträt, das an seiner statt zu altern beginnt. Dass seine Graumsamkeit und sein Lebenswandel keine äußerlichen Konsequenzen haben, ist eine Versuchung, der er nicht widerstehen kann. Am Ende dieses Niedergangs wird Dorian über Leichen gehen, um seine Schönheit zu retten.