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Klassiker zum Wochenende | Oliver Twist

Die Geschichte beginnt in einem Armenhaus: Der kleine Oliver kommt dort zur Welt und seine Mutter stirbt bei der Geburt. Mit neun muss er vom Waisenhaus in ein Armenhaus wechseln und wird dem einzigen Erbstück seiner Mutter – einem Medaillon – beraubt. Später flieht er nach London, wo der Hehler Fagin, ihn bei sich aufnimmt und zu einem Kriminellen ausbildet. Als er bei einem „Lehrgang“ einem Taschendiebstahl seiner Gruppe nur entsetzt zusehen kann, wird Oliver von der Polizei erwischt und kommt in die Obhut des gutmütigen Brownlow, bei dem er das erste Mal in seinem Leben gut behandelt wird. Doch das Glück hält nicht lang an, denn er wird bei einer Besorgungstour von Fagins Schergen geschnappt. Er wird bei einem Einbruch verwundet und zurückgelassen wird und eine weitere Familie – die, die er bestehlen sollte – nimmt Oliver bei sich auf. Doch gibt Fagin nicht nach und erneut beginnt eine Jagd auf Oliver mit Hilfe des unheimlichen Monks, dem Oliver nicht fremd ist.

Charles Dickens kritisiert mit Oliver Twist die Missstände seiner Zeit. Arme Kinder werden körperlich und seelisch misshandelt, nur selten wird ihnen Liebe und Barmherzigkeit zuteil. Die Kranken und Armen sind nicht mehr als Ballast in einer Welt der Starken und Höhergestellten. Wie bei all seinen Werken schmückt Dickens seine Erzählung mit ironisch-zynischen Beschreibungen aus.
Er zeigte der Gesellschaft seiner Zeit die Missstände auf, die vorher nicht oder kaum beachtet wurden. Seine Werke hatten aufrüttelnden Charakter. So wurde nach Erscheinung von Oliver Twist zum ersten Mal das Armengesetz besprochen und geändert und die Lebensqualität von Jacob`s Island, einem damaligen Slum Londons, verbessert.